Das Gefühl der Angst gibt es so lange es uns Menschen gibt. Auch Tiere entwickeln in Gefahrensituationen Ängste. Die Furcht an sich war für Urmenschen überlebenswichtig und sinnvoll. Doch die Zeiten wandelten sich. Unsere Welt ist sicherer geworden. Wir müssen heutzutage keine wahren Feinde – welche uns beim lebendigen Körper auffressen könnten – mehr fürchten. Trotz dieses immensen Fortschritts sind so genannte Angstneurosen und Panikattacken auf dem Vormarsch. Aus dem Nichts tauchen Ängsten auf und machen das Leben der Betroffenen zur Hölle.
Symptome:
-Herzrasen
-Hitzewallungen
-Todesangst
-Krampfanfälle
-Schluckbeschwerden
-Schwindel
-Sehstörungen
-Zittern
-Muskelzucken
Die Liste der Symptome ist lang und ahmt gekonnt körperliche Krankheiten nach. Dahinter steckt laut Wissenschaft eine zu schwache Ausbildung unserer Hirnrinde („Kortex“). Im emotionalen Informationszentrum unseres Gehirns („Amygdala“ - Hinregion ähnlich einer Mandel) werden echte oder vermeintliche Bedrohungen ausgewertet. Stressreaktionen und die Entstehung von Ängsten haben hier ihren Ursprung. Wird solch ein Angstprozess in Gang gesetzt, schüttet unser Körper vermehrt Hormone aus. Die Alarmglocke schrillt. Unser Blutdruck steigt an, unser Puls rennt, unsere Muskeln stehen unter Spannung, wir atmen schneller, unser Magen krampft und unsere Nebennieren schütten noch mehr Hormone aus.
Einige häufige Formen der Angst
-Höhenangst
-Krankheitsangst
-Angst vor der Angst
-Angst vor Tieren (Spinnen, Mäusen…)
Die Angst hat viele Gesichter und nicht selten entsteht sie auf Grund von Überlastung im Alltag und/oder Beruf, schlimmen Traumata und neurologischen Vorerkrankungen.
Wichtig ist, die Angst zu erkennen, sie anzunehmen und sie als Warnung zu verstehen. Wenn unser Körper mit „krankhafter Angst“ reagiert, ist etwas in uns aus dem Gleichgewicht geraten. Dem gilt es auf die Spur zu kommen, bevor aus sporadischen Ängsten eine Angsterkrankung oder eine Depression wird. Einer Chronifizierung sollte somit vorgebeugt werden. Wer länger als vier Wochen an schweren Angst- und Panikattacken leidet, sollte sich vertrauensvoll in die Hände eines Fachmanns begeben. Psychologen, Neurologen und Psychotherapeuten zeigen Wege auf, welche den Leidensdruck mindern und Pfade zurück in ein selbstbewusstes, angstfreies Leben ebnen. Die Heilungschancen sind gut. Wer mithilft, darf schon bald wieder die „Schattenwelt“ verlassen und den Sonnenschein begrüßen.
Zudem dürfen wir Eines nicht vergessen: Ängste haben nicht nur negative Seiten! Sie zwingen uns zur Einsicht, machen uns sensibler und spornen auch zu Höchstleistungen an. „Not macht erfinderisch“ – da ist wirklich etwas dran. Wenn es hart auf hart kommt, kämpft unser Körper wie ein tapferer Löwe und geht am Ende als brillanter Sieger hervor.
Fazit:
Unsere viel zu schnelllebige Welt bringt Komfort und Freiheit mit sich. Jedoch ist sie sehr hektisch und lässt viel zu wenig Zeit für Oasen der Ruhe. Dabei ist es sehr wichtig, Emotionen richtig verarbeiten zu können. Denn dies beugt Neurosen und dem "Burnout-Syndrom" gezielt vor.
"Zeit heilt alle Wunden, wenn du bereit bist, dir selbst Zeit zu geben". (Barbara Reichert)


