Die Osterzeit ist angebrochen. Millionen Kinderaugen halten erneut Ausschau nach „Meister Lampe“.
Im Jahre 1678 tauchte er das erste Mal in diversen Schriften auf. Ihm, dem lustigen „Mörchenfresser“ wird nachgesagt, dass er zu Ostern bunte Eier versteckt und nur Kinder oder kindgebliebene Naturen erscheint. Naht Ostern, bemalt der gemeine Wald- und Wiesenhase in seinem kleinen Geheimversteck Milliarden von Eiern. Das Langohr freut sich diebisch auf den Augenblick, an dem er seine „Kunstwerke“ unter die Menschen bringen darf. Da Menschen von Natur aus recht neugierig sind, wollen sie dem armen, kleinen Mümmelmann auflauern, um sein Geheimnis zu entdecken. Doch Pustekuchen! Ein kluger Hase ist schneller als der Blitz und klüger als Menschenkinder es je sein könnten. Immerhin verfolgt er ja eine wichtige Mission:
Die Aufrechterhaltung von Tradition, Geschichte und Phantasie
Der uns bekannte und hoch gepriesene Osterhase verdrängte Storch (Thüringen), Kuckuck (Schweiz), Osterfuchs (Teile von Westfalen) und den böhmischen Hahn als Ostereierüberbringer. Sie landeten rigoros auf den letzten Plätzen. Der Osterhase siegte!
Doch woher kommt die Vermutung, dass der Osterhase bunte Eier bringt und diese versteckt?
Es begann vor langer, langer Zeit…
Im Frühjahr nähern sich die Wildhasen menschlichen Siedlungen. Es wurde viel Viehzucht (vor allem Hühnerzucht) betrieben. Dies rief die Feld- und Wiesenhasen auf den Plan, welche allzu gerne von dem allzu schmackhaften Hühnerfutter naschten. Wohl sagte man diesen wilden Hasen nach, dass sie bei ihrem kräftigen „Futterklau“ gleichzeitig auch zahlreiche, wertvolle Eier mitgingen ließen.
Der Medizinprofessor Georg Franck von Franckenau redete in einer medizinischen Abhandlung von „De ovis paschalibus“ (den so genannten Oster-Eiern). Der Ostereier-Brauch ging laut Francks Beschreibung auf die Region des Elsass zurück, wo die Bewohner seit jeher – im recht ungesunden Maße – Eier verzehrten. Ob der Osterhase nun ein „Auferstehungssymbol“ war, der „Fruchtbarkeit“ zugeschrieben wurde oder nur als „Frühlingsbote“ agierte, bleibt nach wie vor ein Mysterium.
Die Kirche feiert das Osterfest und verbreitet damit Glück, Zufriedenheit und Sinnlichkeit. Wir Menschen glauben gerne an „Fabelwesen“ und Gottes kleinsten Kindern würde etwas Entscheidendes fehlen, wenn es den Osterhasen plötzlich nicht mehr gäbe!
Ob Glaube, Ritus oder Tradition – wir alle brauchen den Osterhasen, weil er unsere Kindheit und unsere Träume jedes Jahr aufs Neue in sein handgefertigtes Nest legt.
Wer es findet, hält ein gutes Stück Lebensqualität und Frohsinn in seinen Händen. Und wer weiß – vielleicht gibt es ihn ja wirklich: den Osterhasen! Aber, er erscheint nur dem, der auch wirklich an ihn glaubt ;-)
In diesem Sinne…
Frohe Ostern 2011!


